Bunte Kirche am Palmsonntag - "Von einem Esel, der eine tragende Rolle spielt"

Relief aus der Christuskirche

 

von Pfarrerin Kira Engel
und dem Team der Bunten Kirche

Gott kommt zu Besuch!

Wo willst du Zeit mit ihm verbringen? An einem schön gedeckten Frühstückstisch oder lieber gemütlich auf dem Sofa?

Such dir einen schönen Ort und mach es dir bequem. Vielleicht zündest du auch eine Kerze an.

Wenn ihr mehrere seid, überlegt vorher, wer welche Teile liest.

Wenn alles bereit liegt, werde einen Moment still. Atme tief ein und aus.


Los geht's!

 

 

Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten.
Aber Gott ist bei uns.
Mehr geht nicht. Mehr muss nicht.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Gebet zum Wochenpsalm 69

Sechs besondere Wochen liegen hinter uns. Im Gottesdienst sind die Jubellieder verstummt. Stattdessen schwere Klänge. Eine Zeit, in der wir an das denken, was nicht gut läuft in unserem Leben. Eine Zeit, in der wir innehalten und nach dem fragen, was uns wirklich wichtig ist.

So tut es auch einer, der vor vielen hundert Jahren zu Gott gebetet hat. Heute morgen beten wir mit seinen Worten.

 

Das dick Gedruckte kann laut
oder von allen zusammen gelesen werden.

 

Lieber Gott,

hilf mir!
Das Wasser steht mir bis zum Hals,
ich weiß nicht mehr weiter.
Wie konnte das alles nur passieren?

Gott, hör mein Rufen!

Ach, Gott, an wen soll ich mich wenden?
Keiner kann mir helfen.
Die, auf die ich mich verlassen habe,
haben mich im Stich gelassen.
Und jetzt stehe ich alleine da.

Gott, hör mein Rufen!

Gott, du hast mir oft gesagt:
Ich bin da für dich!
Sag es mir noch mal, damit ich es glauben kann!

Gott, hör mein Rufen!     

(Worte zum Wochenpsalm 69)

EG 655 "Aus der Tiefe rufe ich von dir"

gesungen von Ulrike Egermann

 

Text: Uwe Seidel

Musik: Oskar Gottlieb Blarr

Jesus zieht in Jerusalem ein (Markus 11,1-11)

Lies dir den folgenden Bibeltext in Ruhe durch oder lest ihn laut vor.
Vielleicht auch zweimal.

 

Wenn du Stifte zur Hand hast, kannst du anschließend etwas kritzeln,
malen, schreiben. Alles ist erlaubt!

 

Welche Bilder siehst du?

An welchem Wort bleibst du hängen?

Was gefällt dir gut?

Was stört dich?

 

 

Jesus zieht in Jerusalem ein (Markus 11,1-11)

Kurz vor Jerusalem kamen Jesus und seine Jünger
nach Betfage und Betanien am Ölberg.
Da schickte Jesus zwei seiner Jünger voraus
und sagte zu ihnen:

»Geht in das Dorf, das vor euch liegt.
Gleich, wenn ihr hineinkommt,
findet ihr einen jungen Esel angebunden.
Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten.
Bindet ihn los
und bringt ihn her.
Und wenn jemand euch fragt:
›Was macht ihr da?‹,
dann sagt:
›Der Herr braucht ihn,
aber er wird ihn gleich wieder zurückschicken.‹«

Die Jünger gingen in das Dorf
und fanden den Esel.
Er war an einem Hoftor draußen an der Straße angebunden.
Sie machten ihn los.
Und einige von denen, die dort standen,
fragten sie:

»Was macht ihr?
Wieso bindet ihr den Esel los?«

Die zwei Jünger antworteten den Leuten,
wie Jesus es gesagt hatte.
Da ließen sie es zu.
Sie brachten den Esel zu Jesus
und legten ihre Mäntel auf seinen Rücken.
Und Jesus setzte sich darauf.
Viele Leute breiteten ihre Mäntel als Teppich auf der Straße aus.
Andere aber legten Zweige hin,
die sie am Feldrand abschnitten.

Und die Leute, die vor Jesus hergingen
und die nach ihm kamen,
riefen immer wieder:
»Hosanna!
Stimmt ein in unser Loblied auf den,
der im Namen des Herrn kommt!
Stimmt ein in unser Loblied
auf die Herrschaft unseres Vaters David,
die jetzt neu beginnt.
Hosanna in himmlischer Höhe!«
So zog Jesus in Jerusalem ein.

 

BasisBibel. Neues Testament und Psalmen, © 2012 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart: www.basisbibel.de

"Hosianna, der König kommt" vom Liederpfarrer Bastian Basse

Gedanken des Esels

Warum gerade ich?

Das war mein erster Gedanke, als die beiden Männer mich losbanden. Ich wollte nicht weg aus meinem Dorf und schon gar nicht mit diesen zwei daher gelaufenen Typen.

Aber alle Gegenwehr half nichts und als ich dann den Mann sah, zu dem sie mich brachten, änderte sich meine Meinung schlagartig. Irgendetwas war anders an diesem Mann. Er sah aus wie die anderen. Zerschlissene Kleidung, ein Bad hätte ihm gut getan. Und doch war irgendetwas anders.

Bisher war noch niemand auf mir geritten und ich hatte mir das immer sehr schwer und anstrengend vorgestellt.

Aber dieser Mann war ganz leicht auf meinem Rücken, fast fühlte es sich so an, als würde er mich tragen statt ich ihn.

Ich weiß, das klingt verrückt – aber die ganze Situation war verrückt!

Menschen säumten die Straßen, sie jubelten laut. Mit ihren Palmzweigen empfingen sie ihn wie einen König. Ein König ohne Krone, mit zerschlissenen Kleidern auf einem Esel mit wackeligen Beinen. Und trotzdem war die Freude riesig.

Worüber freuten sich all die Leute bloß? Sie sahen gar nicht aus wie solche, die viel zu lachen hatten. Bei den einen Sorgenfalten in den Gesichtern, bei den anderen zerschundene Hände, gebeugte Rücken, übermüdete Blicke. Und waren das wirklich nur Freudentränen in ihren Augen? All ihre Sorgen schienen sie auf diesen besonderen Mann zu werfen.

Freude und Sorgen lagen so nah beieinander, wie ich es noch nie erlebt hatte. Hoffnung und Verzweiflung gaben sich auf diesem Weg die Hand. Denn trotz all der Jubelschreie war der Mann auf meinen Rücken todernst. Irgendwann stieg er von mir ab. Wohin ihn sein Weg dann wohl führte?

Gebet

Großer Gott,
du bist in die Welt gekommen,
um mit uns unsere Wege zu gehen.

Die unheimlichen, dunklen Wege
und die schönen, hellen Wege.

Danke, dass wir nie alleine sind.
Du bist da.

Wir denken an all die Menschen, die uns wichtig sind.
Gott, wir bitten dich, behüte und beschütze sie.

So wie Jesus mit seinen Freunden gebetet hat,
beten wir miteinander – verbunden auf der ganzen Welt:

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott sagt:

„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“

 

Amen.

Wer noch Lust auf etwas Kreatives hat:

 

Aus zwei Klopapierrollen lässt sich
einfach ein Esel basteln.

Eine Rolle bildet den Körper, eine zweite halbierte und eingeschnittene Rolle wird als Beine unten drunter geklebt.

Für den Kopf ein Stück Pappe zurechtschneiden und am Körper ankleben. Vielleicht findet sich noch Wolle oder ein Stück Seil für einen Schwanz.

Schickt uns doch ein Foto von euren Eseln - wir sind neugierig!!
Foto an Pfarrerin Kira Engel - 0177-1975014

Wer gute Worte braucht:

 

Blättere alte Zeitungen durch und suche nach guten, hoffnungsvollen Wörtern.
Du kannst sie ausreißen, damit vielleicht deinen gebastelten Esel bekleben oder
eine schöne Karte gestalten, die du zu Ostern verschicken kannst.

 

Wer etwas loswerden möchte:

 

Manchmal tut es gut, aufzuschreiben, was schwer und belastend ist. Pfarrerin Kira Engel und Pfarrerin Katrin Stückrath sammeln alle aufgeschriebenen Sorgen, legen sie an Karfreitag unters Kreuz und vertrauen sie Gott an.

Wer sich daran beteiligen möchte, kann seine Worte bis einschließlich Gründonnerstag in die Briefkästen der Gemeindebüros werfen. Man kann die Sorgen und Gebetsanliegen auch mailen (engel@horstmar-preussen.de) oder per SMS oder Whatsapp schicken (0177-1975014). Alle sind dazu herzlich eingeladen, Erwachsene und Kinder!

 

Bilder der Aktion gibt es an Karfreitag hier auf der Homepage!

Gottesdienst per Post

Wenn Sie möchten, schicken wir Ihnen die schriftlichen Gottesdienste auch per Post.

Dazu brauchen wir nur Ihren Name und Ihre Anschrift, die Sie den Gemeindebüros oder den Pfarrerinnen mitteilen können.

 

Kontakt

Gottesdienst als pdf runterladen